5 Globuli und alles ist wieder gut?

Durch unzählige Selbsthilfebücher zur "einfach erlernbaren" Homöopathie  wird ein öffentliches Bild gezeichnet, in dem ein schwer krankes Tier einige Globuli bekommt und schwuppdiwupp ist alles wieder gut.

Aber funktioniert Homöopathie tatsächlich so?  Ja, auch so, ABER nicht nur.

Und einfach erlernbar?  Ist ein Gerücht .

Denn diese Heilmethode erfordert eine differenziertere Betrachtungsweise, weil sie so vielschichtig ist.

Im akuten Krankheitsfall (z.B. Trauma beim Hund oder Euterentzündung beim Schaf) kann nach der Gabe des passend gewählten Arzneimittels tatsächlich alles wieder gut sein.

Doch bei einer chronischen Erkrankung, die schon dementsprechend lange besteht und bereits mit verschiedenen Medikamenten behandelt wurde, werde ich durch eine einmalige Verabreichung eines einzelnen Mittels keinen langfristigen Sieg erringen, da braucht es einen längeren Atem.  Hinzu kommt die notwendige Zusammenarbeit zwischen Tierhalter und Tierarzt. Wenn die gegenseitige Kommunikation einwandfrei funktioniert, sind solche Fälle die Perlen jeder Behandlung.  

Zu beobachten, wie Tiere mit langer Leidensgeschichte (allergische Hausausschläge, chronische Durchfälle...) wieder lebendig und symptomfrei ihren Alltag verbringen können, fasziniert mich immer wieder von Neuem und ist mit Worten kaum zu beschreiben.

 

In der Außenansicht vieler Behandlungsfälle ist selten zu sehen, dass Homöopathie intensive Arbeit erfordert. Für den Tierhalter, wie auch den behandelnden Tierarzt.

Denn den fragilen Zustand der Gesundheit langfristig stabil zu erhalten, braucht  aufmerksame  Beobachtung und feinfühliges Therapieren.

Im Idealfall, um zu dem Zeitpunkt, an dem das "System" kippt - der Organismus aus seiner Balance gerät - direkt eingreifen und die Stabilität wiederzuerlangen zu können.

Daran wirken alle gemeinsam, das Tier, sein Besitzer und der Tierarzt mit und deren

"Fein-Tuning" bestimmt den anhaltenden Erfolg.